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Xing Yi Quan | Überblick | Techniken & Methoden | Geschichte

Xingyi Quan - 形意拳

Xingyi Quan - Techniken & Methoden

Eine Besonderheit im Xingyi Quan ist, dass es keine eigentlichen Paradetechniken gibt – der Angriff ist gewissermaßen immer eine Verteidigung. Die Techniken werden stets sehr frontal und offensiv ausgeführt, wobei der ganze Körper in den Techniken eingesetzt wird. Hinter einem Schlag im Xingyi Quan steht nicht nur die Hüft-, Schulter- und Armkraft, sondern die beschleunigte Gesamtmasse des gesamten Körpers.

Wu XingDie im Xingyi Quan zur Anwendung kommenden Grundtechniken gliedern sich in zwei Hauptbereiche. Sie werden „Fünf Elemente“ (Wu Xing) und „12 Tierformen“ (Shi Er Xing) genannt.

Im Xingyi Quan repräsentieren die "fünf Elemente" (Wu Xing) fünf verschiedene Schlagarten. Diese können ineinander übergehen, auseinander hervorgehen oder sich gegenseitig auslöschen (siehe Diagramm).
Die fünf Schlagarten sind: Metall Faust (Pi Quan), Wasser Faust (Tsuan Quan), Holz Faust (Beng Quan), Feuer Faust (Pao Quan) und Erde Faust (Heng Quan). Mit dem Konzept der Kraftvektoren könnte man sie heute modern übersetzen: Jeder dieser fünf Kraftvektoren besitzt eine andere Richtung und eine eigene Kraftentfaltung. Metall soll splittern, Holz soll ins Innere bohren, Feuer soll an der Oberfläche explodieren usw. Das Verständnis dieser Techniken und wie diese sich gegenseitig überwinden können wird in Partnerübungen vertieft, wenn die Grundbewegungen verinnerlicht sind. Kombinierte Formen und Partnerübungen dienen dem Ziel, die auslöschenden und generierenden Aspekte zu trainieren. So löscht Wasser Feuer aus und Holz überwindet Erde.

Die "12 Tierformen" (Shi Er Xing)

Grob übersetzt bedeutet Xingyi Quan: Intention und Formen Faustkampf. Anders ausgedrückt: Bestimmte Körperstrukturen werden trainiert und Bewegungsabläufe werden nach langer Verinnerlichung automatisch fließend durchgeführt. Viele der Formen sind angelehnt an Bewegungsformen von Tieren. Je nach Stil und Region gibt es 10 oder 12 Tiere (siehe Geschichte des Xingyi Quans).
Ihre Bewegung wird nicht vom bloßen Aussehen her imitiert. Es wird vielmehr versucht, das Prinzip der Bewegung zu erkennen, die Instinktform nachzuahmen und im Kampf anzuwenden.

Entsprechend dem Stil der Familie Shang (Shang Pai) unterscheidet man im Xingyi Quan folgende Tiere: Schlange (She Xing), Tiger (Hu Xing), Affe (Huo Xing), Drache (Long Xing), Sperber (Yao Xing), Pferd (Ma Xing), Hahn (Ji Xing), Wasserläufer (Tuo Xing), Tai-Vogel (Tai Xing), Schwalbe (Yan Xing), Adler und Bär (Ying Xiong Xing).

Zwei Beispiele zur Veranschaulichung: Die Affen-Form steht für Techniken mit weiten peitschenden Armschlägen und springenden schnellen Attacken. Tiger-Form steht für die Techniken, mit denen man lernt, den ganzen Körper einzusetzen, um den Gegner umzuwerfen. Wer bereits im Zoo oder in Dokumentationen gesehen hat, wie Tiger oder Schimpansen kämpfen, der kann diese Kampftechniken vielleicht nachvollziehen.

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