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Xinyiliuhe Quan Workshops in Marburg 2014

Es war uns eine große Freude im Januar 2014 wieder Zheng Jing Ming in Marburg begrüßen zu dürfen. Nach dem großen Erfolg des Seminars 2013 hatte Meister Zheng uns auch diesmal wieder einige Techniken und die Theorie des Xinyi Quans gezeigt und erläutert. Zusätzlich wurden in der folgenden Woche noch zwei Workshops zur Tuina Massage gegeben.

Shifu Lee hat in seiner Arbeit im Verein SAGD e.V. regen Austausch mit MeisterInnen des Xinyiliuhe Quans unterhalten und war Repräsentant des Xinyiliuhe Quans von Meister Lü Rui Fang und Meisterin Lü Yan Zhi. Daher freuen wir uns immer einen anderen Vertreter des Xinyi Quans als Gast und Freund begrüßen zu dürfen und mit ihm zu trainieren, zu diskutieren und uns auszutauschen.

Artikel in der Oberhessichen Presse 

Zum Auftakt der Trainingswoche in Marburg war auch wieder die Oberhessische Presse vor Ort und hat sich einen Eindruck von unserem Training und den Plänen für die kommenden Jahre gemacht. Den Artikel "Guter Boden für Meister Zhengs Saat" von Holger Schmidt können Sie hier lesen >>>. Dort finden Sie auch ein kurzes Video mit Interviews.

Oder lesen sie den Artikel am Ende der Seite.


Xinyi Quan Workshops

 

Was: Xinyiliuehe Quan Workshop mit Schwerpunkt auf den Xin Yi Ba & Xin Yi Yang Sheng Gong

Wo: Marburg an der Lahn (Hessen)

Wer: Meister Zheng, Jingming (Beijing, VR China). Meister Zheng steht in der 11. Generation des Xin Yi Liu He Quan. Sein Lehrer Zhang Zhi Yong steht in der Tradition von Li Xing Gong und Song Guo Bin. Somit wird hier ein authentisches und pragmatisches Xinyiliuhe Quan unterrichtet werden, welches weder auf Showeffekte noch auf sinnlose Ästhetik wert legt.

Wann: 24.1. - 26.1.2014

Für wen: Durch die große Nachfrage innerhalb des Vereins ist der Kurs bereits ausgebucht. Bei Interesse für kommenende Kurse bitten wir Sie mit uns Kontakt aufzunehmen: info@kungfu-marburg.de

Xinyiliuhe Quan Workshop

Uhrzeit Freitag, 24.1.14 Samstag, 25.1.14 Sonntag, 26.1.14
vormittags   Xin Yi Ba Xin Yi Ba
nachmittags   Xin Yi Ba & Aspekte der TCM Xin Yi Yang Sheng Gong
abends Get together    
 
Xin Yi Ba (心意把): Xin Yi Liu He Quan (心意六合拳) ist die Mutter aller Stile der Xing Yi-/Xin Yi-Stil-Familie. Das Üben dieses Stils ermöglicht tiefere Einblicke in die Zusammenhänge innerhalb der Xing Yi-/Xin Yi-Familie und auch in das Tai Ji Quan. Neben den berühmten 10 großen Tierformen gibt es noch andere Übungsreihen wie die Xin Yi Ba, eine Reihe von zehn basalen Einzeltechniken. Ziel der Übungen ist die Harmonisierung von Herz (Xin) und Wille (Yi) in einer stabilen Bewegung, die jederzeit die Freisetzung von Kraft ermöglicht. Ein gutes Verständnis der Xin Yi Ba ist wesentlich für das Verständnis des Gesamtsystems.
 

Xin Yi Yang Sheng Gong (心意养生功): Xin Yi Yang Sheng Gong ist eine Form des Qi Gong. Es basiert auf dem Xin Yi Liu He Quan wird aber weicher und langsamer ausgeführt. Die Übungen eignen sich besonders als Gesundheitsübungen und vermitteln ein tieferes Verstehen des Gesamtsystems.


Tuina Seminare

Was: Tuina Seminare

Wo: Marburg an der Lahn (Hessen)

Wer: Meister Zheng, Jingming (Beijing, VR China). Meister Zheng unterrichtet in Beijing Medizinstudenten und besitzt gibt auch sein umfangreiches Wissen über traditionelle Druck- und Massagetechniken weiter.

Wann: 29.1. & 30.1.2014

Für wen: Für Vereinsmitglieder von SAGD e.V., PhysiotherapeutInnen und andere Interessierte. Teilnehmeranzahl: max. 30 (wenige Plätze sind noch frei, Stand: 22.12.2013)

Anmeldung: info@kungfu-marburg.de

Tuina Seminare

Uhrzeit Mittwoch, 29.1.14 Donnerstag, 30.1.14
17:30-19:30 Einführung in Tuina I Einführung in Tuina II
 
Tuina (推拏): Tuina ist eine manuelle Therapieform, welche tief in den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin verwurzelt ist. Tui bedeutet “schieben” bzw. “drücken” und Na “greifen” bzw. “ziehen”. Durch die manuellen Techniken sollen Blockaden im Körper beseitigt werden. Diese Stimulation führt zur Harmonisierung von Yin und Yang und der Fünf Elemente, so dass dem Körper zu einem besseren Gleichgewicht verholfen wird.
 

Bericht aus der Oberhessischen Presse (05.02.2014 16:42 Uhr)

Guter Boden für Meister Zhengs Saat

Die Kung-Fu-Schüler des Marburger Vereins „Schwarzer Adler Gelber Drache“ hatten einen ganz besonderen Gast: den chinesischen Lehrmeister Jing Ming Zheng.
 
 
Meister Jing Ming Zheng (rechts) demonstriert an Daniel Beis eine Selbstverteidigungstechnik. Der Chinese vermittelte darüber hinaus sein Wissen über die Massageform Tuina.Foto: Michael Hoffsteter
© Michael Hoffsteter

Marburg. Vor einem Jahr ist Meister Li Lee gestorben. Seine Marburger Meisterschüler geben seitdem das Wissen weiter, das er ihnen mitgegeben hat. Jetzt erweiterte ein Gast aus Fernost ihren Horizont. Mehr als neun Stunden Flug von Peking nach Frankfurt steckten Jing Ming Zheng in den Knochen. Danach noch die Fahrt nach Marburg. Und trotzdem zog sich der 32-jährige Chinese sofort seine Sportschuhe an. In der Turnhalle der Brüder-Grimm-Schule warteten die Mitglieder des Vereins „Schwarzer Adler Gelber Drache“ schon darauf, vom Kung-Fu-Meister aus Fernost unterwiesen zu werden. Und der demonstrierte gleich mal anschaulich ein paar Arten der Selbstverteidigung: Mit dem rechten Ellbogen fixierte er den zuschlagenden Arm des Angreifers, während seine rechte Hand zugleich zum Kopf des Aggressors ging. Alles natürlich nur gestellt und in Zeitlupentempo. Doch die flüssigen, dynamischen Bewegungen ließen schon erahnen, dass diese Aktion im Ernstfall durchaus effektiv sein dürfte.

Selbstverteidigung ist aber nicht alles für „Schwarzer Adler Gelber Drache“, der sich nicht umsonst als „Verein zur Förderung der deutsch-chinesischen Beziehungen“ bezeichnet. Und da trifft es sich gut, dass Meister Zheng auf mehr Wert legt als nur den reinen Kampfsport. Auch sein Wissen über Tuina, eine Massageform, die zur traditionellen chinesischen Medizin zählt, gab Zheng weiter. „Kung Fu ist mehr als ein Sport. Es ist eine Wissenschaft und eine Lebenseinstellung, die auch viel mit Gesundheit zu tun hat. Neben dem Training versuche ich, eine Brücke zur Heilkunst zu schlagen“, erklärt er. „Hauptsächlich geht es mir um die traditionelle chinesische Medizin, die eng mit dem Kung Fu verknüpft ist.“
Im Sommer des vergangenen Jahres war der Chinese schon einmal in Marburg - und begeistert von der Gruppe und den Vorstellungen, die vermittelt werden. Ihm habe imponiert, „dass sie das Konzept, das hinter Kung Fu steckt, wirklich verstanden hat. Und das ist gut, weil ich meinen Traum verwirklichen kann, den Samen von Kung Fu in Deutschland zu pflanzen. Jetzt hoffe ich, dass die Pflanze wächst und gedeiht und dass noch ein großer Baum daraus wird“, sagt Zheng.

Dass die Marburger Kung-Fu-Schüler und Jing Ming Zheng zueinander gefunden haben, betrachtet die Gruppe als Glücksfall. 2002 hatten Meister Li Lee und seine Frau Ursula Wiehl-Lee den Verein „Schwarzer Adler Gelber Drache“ gegründet. Nach dem Tod von Lee vor einem Jahr haben dessen Meisterschüler das Training übernommen. Einer davon ist Stefan Merkl. „Es war schon ein merkwürdiger Zufall“, sagt der 37-jährige Biologie-Doktorand. „Ein halbes Jahr nachdem Meister Lee verstorben ist, taucht ein Mensch auf, der genau das vermittelt, was Meister Lee sich für uns gewünscht hätte. Ich bin sicher, er hätte es gutgeheißen.“

Gleiche Begriffe, anderes Körpergefühl
Zheng stammt aus einer traditionsreichen Kung-Fu-Linie und vermittelt einen Stil, der dem von Li Lee gelehrten sehr ähnelt. Xin Yi Liu He Quan heißt dieser Stil. „Es ist, als würde man die von Meister Lee vermittelten Künste aus einer anderen Perspektive lernen“, versucht Merkl die feinen Unterschiede zu erklären. Die Begriffe seien gleich, die Bewegungen ähnlich, aber das Körpergefühl ein anderes. Der inzwischen in Berlin wohnende Lee-Meisterschüler Daniel Beis, ebenfalls Biologie-Doktorand, ergänzt: „Es ist ja auch so, dass man nicht nur ein Buch über ein bestimmtes Thema lesen sollte, sondern verschiedene.“ Über Beis, dem Zheng bei einem Seminar in Berlin aufgefallen war, war der Kontakt zum Kung-Fu-Meister überhaupt erst zustande gekommen.

Wissenschaft soll auf Tradition treffen
Wichtig ist der Marburger Gruppe, Kung Fu aus der Ecke des Esoterischen oder mystisch Verklärten herauszuhalten. Auch in diesem Punkt passt die Zusammenarbeit mit Zheng. Der 32-Jährige vermittelt zwar auf der einen Seite die traditionellen chinesischen Künste, ist aber auf der anderenSeite ein modern gebildeter Mann: Am „Beijing Health Vocational College“ unterrichtet Jing Ming Zheng Genetik undImmunologie.
Pläne über eine vertiefende Zusammenarbeit werden auch bereits geschmiedet. „Wir haben vor, eine offizielle, professionelle Akademie für die traditionellen chinesischen Künste zu gründen“, verrät Jing Ming Zheng. Beis bezeichnet das noch als „fixe Idee“. Diese bestehe darin, eine wissenschaftliche Basis reinzubringen, ohne den traditionellen Charakter zu verlieren. „Das wird schon auf die nächsten zehn Jahre angelegt sein“, sagt Daniel Beis.
So lange wird die Kung-Fu-Gruppe aber wohl nicht auf die Rückkehr ihres chinesischen Lehrmeisters warten müssen. Jing Ming Zheng wird vorher nachschauen wollen, ob seine Saat keimt. Zweifel hat er diesbezüglich keine, denn: „In Marburg ist der Boden besonders fruchtbar.“

von Holger Schmidt